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Werden gebrauchte E-Autos etwa zu Ladenhütern?

Gebrauchte E-Autos sind inzwischen relativ günstig zu kaufen. Das Angebot wächst, denn sie stehen beim Händler auf Halde. Kaum jemand will einen Stromer aus zweiter Hand. Was ist da los?

Wer gerne elektrisch fahren möchte, hat jetzt gute Chancen, ein Schnäppchen auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu machen. Kosteten drei Jahre alte Stromer im vergangenen April im Schnitt noch 61 Prozent des Listenpreises, waren es zu Jahresbeginn nur noch 56 Prozent. Die Preise rauschen runter – denn potentielle Käufer fremdeln mit Stromern aus zweiter Hand.

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern. Demnach planen gerade mal 22 Prozent der Befragten irgendwann einen gebrauchten E-Wagen zu kaufen, davon zwölf Prozent konkret in ein, zwei Jahren. Das hat das Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag von AutoScout24 ermittelt.

Die Mehrheit der 1.045 befragten Autofahrer und Autofahrerinnen will die elektrischen Autos weiterhin links liegen lassen. Jeder Vierte wartet zum Beispiel auf mehr Ladesäulen im Land. 43 Prozent lehnen einen Stromer aus zweiter Hand grundsätzlich ab.

Keine guten Nachrichten für die Mobilitätswende. Warum tun sich E-Autos auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt bisher so schwer? Steigende Energiekosten halten die Hälfte der Befragten davon ab, sich jetzt für ein gebrauchtes E-Auto zu entscheiden. Zudem haben 41 Prozent Sicherheitsbedenken, zum Beispiel vor einem Brand. Und da ist die Angst, möglicherweise eine veraltete Technik zu kaufen: 95 Prozent der Befragten stellen die Zuverlässigkeit infrage, die große Sorge gilt gebrauchten E-Batterien. 75 Prozent zweifeln an ihrer Leistung und Lebensdauer. Gerade weil sie möglichst weit fahren und schnell laden wollen, fallen gebrauchte Modelle durchs Raster.

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