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Was passiert, wenn der große Regen kommt?

Aktuelles. Alle erinnern sich an das Starkregenereignis im Jahr 2021. Es war der 14. Juli und einen Tag später hatte sich für viele Menschen im Rheinland das Leben komplett verändert. Manche kämpften sogar ums Überleben oder starben gar in den Fluten. Auch in der Kreisstadt spielten sich manche Dramen ab.

Die Stadt hat seither viele Anstrengungen unternommen, um auf eine erneute Situation dieser Art vorbereitet zu sein. Szenarien wurden durchgespielt und viel in Prävention investiert. „Wir haben alle Protagonisten an einen Tisch geholt und mit ihnen die Lage besprochen. Feuerwehr und Hilfsdienste sitzen mit im Boot“, erklärt
Martin Wagner.

Der Leiter des Abwasserwerks erinnert sich, dass damals nur ein Seniorenheim evakuiert werden musste. Das große Problem dabei ist jedoch die Stromversorgung. Die befindet sich im Allgemeinen im Keller der Heime. Hier stellt sich die Frage, was man tun kann, um diese Gefahrenquelle auszuschalten.

„Bei Privathäusern ist das auch oft der Fall“, weiß der Fachmann. Wagner wünscht sich, dass die Menschen sich mehr mit ihren Eigenheimen und Grundstücken beschäftigen. „Zwei, drei Reihen Steine vor den Keller oder die Kellerfenster und die Gefahr ist gebannt“, rät er. Oder auch „zwei Stufen rauf ins Haus und die Sicherheit bei Starkregenereignissen ist gewahrt.“ Dabei müssen aber auch Stadtplanung, Architekten und Bauingenieure mitziehen. Hier muss ein Umdenken stattfinden.

Die eigene Vorsorge ist mehr gefragt denn je. Zudem heißt es im Wasserhaushaltsgesetz in § 5 Abs. 2 WHG: „Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen (…) zu treffen.“ Denn die Vorwarnzeit für Starkregen ist kurz. Anders als im Hochwasserfall. Bei Starkregen schwellen kleinere und mittlere Gewässer innerhalb sehr kurzer Zeit stark an, es kommt auch zu Sturzfluten.

Die gefährdetsten Stellen im Stadtgebiet sind laut Wagner die Innenstadtbereiche rund um das Zandersgelände. Aber auch andere Gebiete sind extrem gefährdet. Wagner erinnert an 2021: „Ein Haus in der Odenthaler Straße wurde unbewohnbar, der Hebborner Flutgraben brach Ecke Odenthaler Straße/Wipperfürther Straße. Das war damals eine Mischung aus Flut und Regen“. Straßen und Kanäle waren nicht mehr in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen. „Normalerweise sind die Straßen Vorfluter. Auch hier müssen Verbesserungen her. Ein abgesenkter Tiefbordstein zur besseren Einfahrt in die Garage kann zur Gefahrenquelle für das eigene Haus werden. Daher müssen die Straßen umgestaltet werden, das ist aber ein längerer Prozess.“

Der Wasserfachmann ist sich der Tragweite der Forderungen bewusst. Er weiß aber auch: „Die Regenereignisse werden in Zukunft unsere ständigen Begleiter sein.“

Starkregengefahrenkarte Bergisch Gladbach: https://bergischgladbach.maps.arcgis.com/apps/webappviewer/index.html?id=cd28682a1dc849a8b819cfd41e32a194

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