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Stadtmitte im Fokus

Die ISG will durch die Steigerung der Aufenthaltsqualität Leerstände verhindern

Stadtgespräch. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft Hauptstraße (ISG) hat einen erneuten Antrag bei der Stadt eingereicht, Maßnahmen zur Attraktivierung der Innenstadt durchzuführen. Was das ist und wie so etwas funktioniert, erklären Vorsitzender Dr. Josef Cramer und Vorstandsmitglied Rolf Becker.

Bereits zweimal zuvor hat die Immobilien- und Standortgemeinschaft Hauptstraße, die sich im Jahre 2006 gegründet hatte, mit eigenen Konzepten für mehr Attraktivität in der Fußgängerzone von Bergisch Gladbach gesorgt. Von 2012 bis 2017 beteiligte sich die ISG finanziell an der Umgestaltung der Fußgängerzone mit neuem Pflaster, von 2018 bis 2022 war dann die Beleuchtung ein großes Thema und nun, mit dem neuen Antrag, sollen bis 2028 Verschönerungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden. „Zunächst ging es um den Fußboden, danach um die Beleuchtung, nun um die Möbel“, fasst es Cramer treffend zusammen.

Wir müssen uns nicht verstecken
„Im Verhältnis zu vergleichbaren Städten wie Linz, Siegburg, Leverkusen, Frechen oder Hürth stehen wir gut da. Wir müssen uns nicht verstecken. Die Stadt ist voll und es wird auch nicht weniger. Im Gegenteil: es wird viel gebaut, die Anbindung des Zandersgeländes an die Innenstadt ist in
guter Planung. Durch die Wohnbebauung haben wir eine große Chance auf noch mehr Leben in der Innenstadt, die dadurch auch für große Unternehmen noch interessanter wird“, sind sich Cramer und Becker einig.

Die Ideen zur Stärkung der Innenstadt hat die ISG gemeinsam mit einem Planungsbüro entwickelt. Diese Kosten wurden von der VR-Bank und der Kreissparkasse getragen. Herausgekommen ist ein Maßnahmenkatalog, der über die gesamte Laufzeit mit 550.000 Euro finanziert werden soll. Geld, das von der Stadt jährlich erhoben und an die ISG übertragen würde. Geregelt ist das im ISG‐Gesetz NRW, das die Finanzierung solcher Maßnahmen als verbindliche Abgabe aller Immobilieneigentümer und Erbbauberechtigten des ISG‐Bereichs, also in diesem Fall der Innenstadt, vorsieht.

Was genau gemacht werden soll, steht schon fest: „Wir versuchen, die City durch schöne Möbel zu entwickeln. Wir wollen Attraktivität und versuchen dadurch, Trading Down zu verhindern“, erklärt Becker. Trading Down bezeichnet vereinfacht den Wechsel vom inhabergeführten Einzelhandel hin zu vermieteten Immobilien mit einem weniger hochwertigen Gewerbeangebot. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone stärken“, ergänzt Cramer und zählt die einzelnen Maßnahmen auf: „Es sollen attraktive Sitzmöbel angeschafft werden, ein Sonnensegel wird über Bereiche der Fußgängerzone gespannt und bepflanzte Blumenkübel werden dem Gesamteindruck einen frischen und freundlichen Charme zuteilwerden lassen.“

Das Sonnensegel als Beschattung passt hervorragend zu den Aktivitäten der Stadt im Rahmen des Hitzeaktionsplans. „In Portugal sieht man solche Sonnensegel als Beschattung des Häufigeren“, erläutert Becker und Cramer fügt hinzu: „Die von uns ausgesuchten Sitzmöbel, auch Citydecks genannt, findet man bereits jetzt in Köln im Bereich der Deutzer Freiheit“. Auf diese Weise soll der Weg der Ergänzung der „atmosphärisch unterstützenden Gestaltungselemente weiterverfolgt werden“, so heißt es im Maßnahmen- und Finanzierungskonzept, das selbstverständlich mit der Stadt abgestimmt ist.

Im August könnten die ersten Aufträge erteilt werden. Voraussetzung war jedoch, dass die teilnahmeberechtigten Eigentümer im Satzungsbereich der ISG zustimmen. Seit Mitte Juni steht fest: Die Voraussetzungen sind erfüllt. Nun können die Maßnahmen beginnen, wie Cramer gesagt hatte: „Wenn das Quorum da ist, werden umgehend die Blumenkübel und Sitzmöbel beauftragt“.

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